Beziehung retten – oder beenden?

Die wahren Ursachen und Lösungen für Krisen

Tipps von Beziehungsexpertin Julia Welsing

Inhaltsverzeichnis

beiges sternförmiges Symbol

Deine Partnerschaft läuft nicht gut

Du fragst dich, ob deine Beziehung noch zu retten ist?

In jeder Partnerschaft kriselt es mal.

Was aber, wenn eine Beziehungskrise die einstige Verliebtheit abgelöst hat und Trennungsgedanken aufkommen? 

Hi, ich bin Julia Welsing und ich helfe Paaren in Beziehungskrisen und mit sexuellen Problemen dabei, ihre Beziehung nicht nur zu retten, sondern sie besser zu machen als sie jemals war!

In diesem Artikel zeige ich auf, welche Ursachen zu Beziehungskrisen führen können und wie ihr zurück ins Beziehungsglück findet. Du möchtest deine Beziehung verbessern?  Ich gebe dir wertvolle Impulse für eine funktionierende Beziehung.

Lass uns gemeinsam betrachten, wie du deine Beziehungskrise meistern kannst.

1. Soll ich meine Beziehung retten oder beenden? 

Oft merken zwei Menschen, dass Sie nicht mehr miteinander klarkommen, wissen allerdings oft nicht warum. Sie fühlen sich in einer ewigen Schleife gefangen. Anzeichen dafür: Ständige Streitereien, ewige Missverständnisse oder zu wenig Sex. 

Wer in dieser Sackgasse landet, fragt sich irgendwann, ob die Beziehung noch zu retten ist oder ob es besser ist diese zu beenden.

Die Antwort ist einfach! 

Wollen (im besten Falle) beide Partner der Liebe eine Chance geben, so ist dies ein guter Grundstein für einen Neuanfang.

1.1 Die Psychologie hinter einer Trennung

Paare, die sich an mich wenden, glauben oft, dass ihre Probleme zu groß sind, um sie lösen zu können: Die Beziehung zu beenden scheint dann das Mittel der Wahl zu sein anstatt aktiv an der Beziehung zu arbeiten.

Doch Vorsicht! Trennungen sind nicht ohne! Wir leben in einer „Wegwerfgesellschaft“. Passt uns etwas nicht mehr, wird es ausgetauscht oder „weggemacht“. Dieser Trend spiegelt sich in den Scheidungsraten wieder: In Deutschland wird jede dritte Ehe geschieden!

Doch eine Trennung wird in ihren Folgen leider viel zu oft unterschätzt. Wenn zwei Menschen Lebenszeit miteinander verbracht haben, reagieren sie mit Stress, Anspannung, Schlafstörungen, tiefer Trauer oder gar Depression auf eine Trennung. Es braucht lange bis eine Trennung gut verarbeitet ist. 

Man meint in der Krise, dass es ohne den Partner „besser“ wird. Doch stimmt das wirklich? 

Meine Erfahrung als Paartherapeutin und Beziehungscoach zeigt, dass Probleme auch in der neuen Beziehung wieder auftauchen, wenn nicht daran gearbeitet wird. Man steht mit einem neuen Menschen irgendwann wieder an einem ähnlichen Punkt und es zeigen sich dieselben Konflikte. 

Wir nehmen uns selbst immer mit in eine neue Beziehung:  Auch, wenn wir in einer Beziehungskrise denken, dass sich der Partner ändern müsste, haben die Streitthemen mehr mit uns selbst als mit dem Partner zu tun. Ein paar schlaue Tipps helfen nicht, um die eigenen Beziehungsmuster zu verändern.

1.2. Warum es sich lohnt, um eine Ehe oder Beziehung zu kämpfen

Es lohnt sich (fast immer) der Liebe eine zweite Chance zu geben und für all das, was man miteinander aufgebaut und erlebt hat zu kämpfen.

Ein wertschätzendes Miteinander braucht aktives Zutun. Die Liebesbeziehung will gehegt und gepflegt werden. Streit oder Flauten im Bett lösen sich nicht einfach in Luft auf, nur, weil man erkannt hat, dass man in einer Beziehungskrise steckt – gemäß dem Mantra: Ab jetzt wird alles anders! 

Vergleich: Damit eine Pflanze wachsen und gedeihen kann, ist sie auf Nahrung, Energie und Schutz angewiesen. Soll die Liebe lebendig bleiben, baucht sie Aufmerksamkeit! Wird diese Grundversorgung vernachlässigt, wird die Beziehung anfällig für Störungen und die Liebeskiller schlagen zu. 

Um die Liebe wieder „aufleben zu lassen“ müssen die Liebeskiller vermieden und die Grundversorgung an Aufmerksamkeit, Zärtlichkeit und Körperkontakt wieder aufgebaut werden, da diese das Beziehungsfundament bilden.

Professionelle Paartherapie und Beziehungscoaching kann helfen, die Grundversorgung wieder herzustellen und den Weg zurück ins Beziehungsglück zu finden. 

Juwel-Tipp: Findet in einem klärenden Gespräch heraus, wo ihr steht und ob ihr eurer Beziehung überhaupt weiterführen möchtet. Lautet die Antwort „ja“ aber du weißt nicht wie, holt euch Unterstützung vom Profi.  

2. Die häufigsten Gründe für eine Beziehungskrise 

Alle nachfolgenden Themen bringen Menschen mit in ein Beziehungscoaching!

2.1. Was sind die wahren Ursachen für eine Beziehungskrise?

Sehnst du dich nach dem Gefühl zu Beginn deiner Beziehung zurück? Ihr wart so verliebt und begeistert voneinander. Du glaubtest, dass nichts euch auseinanderbringen kann. Du hast geglaubt, dass die Beziehung für immer hält.  

Doch nun: Gefühle weg! 

Beziehungspartner, die sich auseinandergelebt haben, stellen nicht nur fest, dass die Gefühle füreinander abhandengekommen sind, sondern es macht sich auch noch ein fettes, wabbeliges Monster breit. Es nährt sich aus Alltagsfrust und Streit. Das Monster hat das Ruder übernommen. 

Es werden kaum noch Zärtlichkeiten ausgetauscht, Kleinigkeiten führen zu ständigen Streits oder sie verbringen mehr Zeit am Smartphone als miteinander – ganz zu schweigen vom Sexleben, das auch eingeschlafen ist. 

Die Hauptursache in Langzeitbeziehungen lautet: Auseinandergelebt! 

3. Schmerz der Beziehungskrise: Warum fehlt die Nähe in unserer Partnerschaft? 

In der ersten Verliebtheit ist es leicht, die Regeln der liebevollen Grundversorgung zu befolgen und die Liebe wachsen zu lassen. Doch im späteren Beziehungsalltag braucht das Paar seine Energie für alles Mögliche und die Liebes-Beziehung wird nicht mehr aktiv gepflegt. Man hat vergessen, was die einst glückliche Beziehung ausgemacht hat. 

Der Fokus liegt außerhalb der Beziehung: Das Alltags-Monster schlägt zu: 

Beruflicher Stress. Haushalt. Probleme mit den Kindern. Geldsorgen. Müdigkeit. Aus einer Mücke wird ein Elefant und bei all den Problemen weiß man gar nicht wo man anfangen soll: Kein Platz mehr für die eigene Partnerschaft.

Keine Liebe ist jedoch so groß, dass sie dauerhaft vernachlässigt werden kann.

4. Symptome erkennen: Gründe für Beziehungskrisen

Wie konnte es nur soweit kommen? 

Versucht man selbst eine Antwort auf diese Frage zu finden, findet man sich schnell im Labyrinth der Beziehungsrätsel wieder. 

Die größten Beziehungsrätsel klingen in etwa so:   

Du findest dich bei einer oder mehreren Fragen wieder? 

 

Gegenüber dem Partner ist nichts mehr wie es früher war? 

Damit bist Du nicht allein, denn genau mit diesen Themen kommen Menschen in meine Beziehungscoachings und suchen nach Lösungen. Um die Beziehungsrätsel zu entschlüsseln ist Selbstreflexion wichtig. Der Schlüssel liegt darin, dir selbst diese Fragen zu stellen und ehrlich zu beantworten. 

4.1. Wie Paare es schaffen ihre Beziehungskrise zu überwinden und wieder zueinander finden

Eure Liebe braucht Pflege, um nicht zu verwelken. Diese liebevolle Grundversorgung besteht aus bewussten Handlungen, die das Fundament für eure Beziehung stärken. Es sind oft die kleinen, täglichen Dinge, die einen großen Unterschied machen.

Ein bewährtes Konzept, um die Bedürfnisse des anderen zu erkennen, sind die 5 Sprachen der Liebe. Sie helfen euch zu verstehen, welche Art von „Nahrung“ der andere am dringendsten braucht.

Neben diesen Sprachen schlage ich vor, dass ihr bewusst kleine Rituale in euren Alltag integriert, um die Bindung zu stärken. Eine tägliche Umarmung am Morgen, ein kurzer Anruf in der Mittagspause oder ein gemeinsamer Spaziergang am Abend können wahre Wunder bewirken. Diese kleinen Momente der Aufmerksamkeit zeigen, dass eure Beziehung für euch beide Priorität hat.

Juwel-Tipp: Die Liebe folgt gewissen Regeln – wir müssen sie nur kennen und danach handeln! Mit der richtigen Begleitung findest Du heraus welche Liebeskiller Deine Beziehung belasten.

In meinen Beziehungscoachings gebe ich euch wertvolle Impulse, die ihr Schritt für Schritt umsetzen könnt, um wieder zusammenfinden?

5. Was tun, wenn dein Partner die Beziehung nicht mehr will?

Dein Partner ist nicht bereit eure Ehe zu retten! 

Du möchtest einen Neuanfang aber dein Partner oder deine Partnerin zieht nicht mit? Er oder sie ist nicht bereit etwas zu verändern und daran zu arbeiten, dass die Beziehung gerettet wird?

Es ist ein schmerzhaftes Gefühl, wenn du spürst, dass nur du allein an der Beziehung arbeitest. Der Gedanke, die Liebe im Alleingang retten zu müssen, kann überwältigend sein und zu Zweifeln führen. Doch genau in dieser Situation liegt die Möglichkeit, einen Wendepunkt zu schaffen. Deine Bereitschaft, in Vorleistung zu gehen, ist nicht naiv, sondern ein Akt der Stärke. Du übernimmst die Führung, nicht um deinen Partner zu zwingen, sondern um eine Welle der Veränderung loszutreten, die ihn oder sie mitreißen kann.

5.1. Gehe in Vorleistung: So rettest du deine Beziehung allein! 

Wenn dein Partner skeptisch ist oder sich zurückgezogen hat, sind logische Argumente oft wirkungslos. Stattdessen musst du auf einer emotionalen Ebene handeln. Zeig ihm oder ihr durch dein Verhalten, wie eine liebevolle Partnerschaft wieder aussehen kann. 

Es gibt einiges, was du tun kannst, um den ersten Schritt zu tun, auch wenn der Partner oder die Partnerin noch skeptisch ist. 

Ändere dein eigenes Verhalten! Es kann hilfreich sein, den anderen wieder liebevoll in den Blick zu nehmen. Das ist der Moment in dem du in das gemeinsame Beziehungskonto investierst. 

Wird deine positive Veränderung bemerkt, kann es sein, dass schnell wieder Vertrauen in die Beziehung gefasst wird. 

5.2. Wie du es schaffst wieder eine glückliche Beziehung zu führen?

Nachdem du den ersten Schritt gemacht hast, ist es an der Zeit, gemeinsam in die Zukunft zu blicken. Es geht nicht mehr nur darum, die Beziehung zu retten, sondern aktiv daran zu arbeiten, sie wieder aufzubauen und glücklicher zu machen als je zuvor. Der Wille, in die Beziehung zu investieren, ist dabei der entscheidende Schritt. 

Der wichtigste Schritt ist, die Probleme ruhen zu lassen. Ständiges Kreisen um Konflikte und vergangene Verletzungen blockiert jede positive Entwicklung. Entschließt euch bewusst dazu, die Energie, die ihr in Streit und Nörgeleien gesteckt habt, jetzt in etwas Produktives zu investieren.

Füllt euer gemeinsames Beziehungskonto wieder auf, indem ihr euch auf das konzentriert, was euch einst verbunden hat: gemeinsame Zeit. Lade deinen Partner zu einem unbeschwerten Spaziergang ein, bei dem ihr einfach nur die Umgebung genießt und die Hände haltet. Macht einen Ausflug ins Grüne oder vergesst alle Regeln und esst Eis vor dem Abendessen. Diese Momente der Leichtigkeit und des Lachens sind das Fundament für neue, positive Erinnerungen, die die alten, negativen überschatten.

Vergiss dabei nicht die Kraft der kleinen Zärtlichkeiten. Eine unerwartete Umarmung, ein liebevolles Lächeln oder einfach nur eine zärtliche Berührung im Vorbeigehen können wahre Wunder bewirken. Sie nähren das Gefühl der Verbundenheit und schaffen eine Intimität, die weit über Worte hinausgeht.

Juwel-Tipp: Mit diesen bewussten Handlungen gelingt es oft rasant, den anderen zurück in die Beziehung zu bringen und wieder daran zu glauben, dass die positiven Aspekte überwiegen. Es ist der Beweis, dass eine glückliche Beziehung nicht einfach passiert, sondern durch kontinuierliche, liebevolle Investitionen geschaffen wird.

In meinen Beziehungscoaching erfährst du wie du an deiner Beziehung arbeiten kannst, um sie positiv zu beeinflussen.

5.3. Wann ist die Beziehung nicht mehr zu retten? 

Es kann auch sein, dass dein Partner kein Interesse mehr an der Beziehung hat. 

Die Beziehung steht auf wackeligen Beinen, wenn der andere nicht mehr mit dir zusammen sein möchte, weil keine Bereicherung mehr, sondern nur noch als Quelle von Stress, Anspannung und Streit empfunden wird. Dann ist die Beziehung oder Ehe gefährdet. Es ist nicht möglich, den anderen um den Finger zu wickeln oder mit logischen Argumenten davon zu überzeugen, in der Beziehung zu bleiben. 

Wenn dies der Fall ist, empfehle ich dir, dich selbst so wertschätzend zu behandeln und dich aus der Beziehung zu lösen. 

6. Raus aus der Streit-Spirale: Wertvolle Tipps und Impulse

Juwel-Tipp: Sorgt für ein gutes Gefühl zwischen euch und hört auf euch zu streiten. Probleme werden später gelöst! Nicht jetzt! 

Der Ausstieg aus Vorwurf- Kritik- Rückzugs- und Streitspiralen kann als tragfähiger Pfeiler für eine glückliche Partnerschaft angesehen werden. Offene Kommunikation auf Augenhöhe, schöne Momente und mehr Nähe sind die entscheidenden Zutaten: Mit der Zeit wird jede Beziehung Entspannung erfahren. 

Im nächsten Abschnitt „Raus aus dem Streit“ und im Coaching erfährst du wie du deine Beziehungskrise als Chance begreifen kannst. 

6.1. Wie sich Konflikte auf die Beziehung auswirken

Der amerikanische Paarforscher Gottman hat über Jahrzehnte zahlreiche Paare in einem Ehelabor beobachtet und fand heraus, dass es unterschiedliche Formen von Negativität in Beziehungen gibt. 

In der Paarforschung kann mit 95 % Sicherheit vorhergesagt werden, ob sich ein Paar trennen wird, je nachdem wie die beiden beim Lösen eines Konfliktes miteinander umgehen. Diese Erkenntnis zeigt, dass Paare ihren gemeinsamen Weg selbst in der Hand haben: Je nachdem, ob sie streiten oder konstruktive Lösungen finden. Suchen Partner beispielsweise nach Lösungen, anstatt über Probleme diskutieren, haben sie eine hohe Chance, ein glückliches Leben miteinander zu teilen. 

6.2. Anzeichen für eine Beziehungskrise: Diese Kommunikation könnt ihr einstellen 

Unter Streit verstehen wir nicht nur lautes Schreien oder zickiges Gemotze, sondern verschiedene Formen von Negativität.

Werden alle negativen Gedanken und Emotionen ungefiltert ausagiert, ist das nicht nur schädlich für eine Beziehung sondern tötet die Liebe systematisch.

In der Bibel kündigen die 4 Apokalyptischen Reiter den bevorstehenden Weltuntergang an! Bei Streit kann man davon ausgehen, dass die Reiter den bevorstehenden Beziehungsuntergang ankündigen.

Die Apokalyptischen Reiter des Streits stehen für:

Es gibt also auch viele Paare, die nicht lautstark streiten und darüber diskutieren, wer Recht hat, sondern sich zurückziehen und „mauern“ oder ihren Frust durch Verachtung zum Ausdruck bringen.

„Willst du Recht haben oder glücklich sein?“

Marshall Rosenberg

6.3. Ständigen Streit in der Partnerschaft beenden: Wege aus der Krise

Forschungsergebnisse von Dr. Klees belegen, wie Paare sich während oder nach einem Streit fühlen.

 

Streit in der Beziehung:

  • führt zu Frustration und Hoffnungslosigkeit
  • stellt den absoluten Katastrophenzustand dar
  • schaufelt eine tiefe Kluft, führt zu schlimmen Verletzungen und macht einsam
  • ist ein destruktives Machtspiel und löst schreckliche Ohnmachtsgefühle aus
  • zerstört die Beziehung und ist Ausdruck von Vorwürfen und Aggressionen
  • verursacht Hass und Distanz oder Unterwerfung und kostet viel Kraft und Energie
  • ist wie ein Karussell, das sich ständig dreht und zu keinem Ziel führt
  • ist zermürbend, Zeitverschwendung, lähmend, angstbesetzt, unglücklich machend
  • führt zu Scham, zu Schuldgefühlen, schlechtem Selbstwert und zu Frustration
  • schafft mehr Probleme als Lösungen
  • macht krank, erschöpft, lässt Partner zu erbitterten Feinden werden
  • führt zu Trennung und kommt dadurch wie ein Bumerang auf einen selbst zurück 

Obwohl Bücher und Workshops zu fairem Streiten, der Kunst des Streitens oder klugem Streiten anleiten, vertrete ich den Ansatz der traumasensiblen Paartherapie der besagt, dass Streit keine Probleme löst, sondern wegen des enormen Stressfaktors die Klärung von Konflikten sogar verhindert.

 

Die negativen Emotionen, die mit einem Streit einhergehen, lassen anfänglich harmlose Auseinandersetzungen regelrecht ausarten.

Streit katapultiert in den Teil des Gehirns, den wir als Reptiliengehirn bezeichnen. Hier wird der Überlebensmodus aktiviert und führt zu reptiliengesteuerten Reaktionen wie Angriff, Flucht oder Erstarrung. Diese Impulse zeigen sich vor allem dann, wenn man sich bedroht fühlt, den ansteigenden Stress nicht mehr verarbeiten kann und kein Ausweg in Sicht ist.

Ständiger Streit führt zu Stress, Stress führt zu überwältigenden Emotionen, diese Emotionen schalten den vernunftgesteuerten Teil des Gehirnes aus, was zu immer unsinnigerem Streit führt.

Ein Teufelskreislauf!

6.4. Ehe retten: Was du über Streit in der Partnerschaft wissen solltest

Je mehr ein Paar streitet, umso mehr streitet dieses Paar!

Alle Formen von Streit sind Liebeskiller, die deine Beziehung vergiften und langfristig zerstören.

Daher handle klug und mache es wie glückliche Paare:

Glückliche Paare sprechen nicht in schlechter Stimmung über Probleme, sondern suchen bei guter Stimmung nach Lösungen.

Die fundamentale Empfehlung für eine glückliche Partnerschaft ist simpel: Aufhören zu streiten!

 

Juwel-Tipp: Beende ständigen Streit in deiner Partnerschaft und rette deine Beziehung.

Wie das geht, zeige ich dir in meinem kostenlosen Beziehungstraining!

6.5. Wenn ihr die Beziehung retten möchtet: Diese Tipps könnt ihr sofort umsetzen 

Wenn ihr eure Beziehung retten möchtet, beginnt nicht mit dem nächsten schweren Grundsatzgespräch.

Beginnt besser damit, den nächsten Streit zu stoppen.

Denn solange du innerlich unter Strom stehst, bist du nicht in Verbindung du dir selbst. Du bist im Kampfmodus, im Rückzug oder in der Verteidigung. Dann fühlst du  dich und deinen Partner nicht mehr. Du hörst nicht mehr zu. Du willst Recht haben, dich schützen oder endlich verstanden werden.

Das ist menschlich. Aber es rettet keine Beziehung.

Diese Tipps helfen euch, aus der Streit-Spirale auszusteigen und wieder ein gutes Gefühl zwischen euch aufzubauen.

1. Raus aus dem stressigen Moment

Wenn du merkst, dass dein Körper hochfährt, dann ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt für ein klärendes Gespräch.

Herzrasen, Druck im Bauch, innere Unruhe, Tränen, Wut oder das Gefühl „ich muss das jetzt sofort sagen“ sind klare Hinweise: Dein System ist im Stress.

Dann heißt es: Pause machen.

Sage deinem Partner zum Beispiel:

„Ich merke, ich bin gerade nicht gut da. Ich brauche kurz Zeit, damit ich wieder ruhig mit dir sprechen kann.“

Dann reguliere dich. Geh an die frische Luft, atme gleichmäßig, bewege dich, trinke ein Glas Wasser, nehme eine Dusche, lege dich kurz hin und komme in deinen Körper zurück.

Probleme werden später gelöst. Nicht mitten im inneren Alarmzustand.

2. Führt Gespräche erst, wenn ihr wieder gut da seid

Viele Paare versuchen genau dann zu reden, wenn keiner von beiden mehr aufnahmefähig ist.

Das kann nicht funktionieren!

Ein gutes Gespräch braucht einen guten Zustand. Wenn ihr beide wieder bei euch selbst seid, könnt ihr zuhören, euch ausdrücken und den anderen wieder als Partner sehen.

Vorher landet ihr schnell bei Vorwürfen, alten Geschichten und Sätzen, die ihr später bereut.

Deshalb gilt:

Erst beruhigen.
Dann sprechen.
Dann Lösungen suchen.

Nicht andersherum.

3. Streicht Kritik, Vorwurf und Schuldzuweisung

Kritik klingt wie Wahrheit, ist aber meistens verletzter Schmerz in einer schlechten Verpackung.

„Du bist immer so …“
„Nie machst du …“
„Wegen dir ist alles so schwierig …“

Solche Sätze treffen nicht das Problem. Sie treffen den Partner.

Wenn ihr die Beziehung retten möchtet, hört auf, euch gegenseitig zum Gegner zu machen.

Sprich lieber über das, was du dir wünschst:

Statt: „Du kümmerst dich nie um mich.“
Besser: „Ich wünsche mir mehr Nähe mit dir.“

Statt: „Dir ist alles egal.“
Besser: „Ich vermisse das Gefühl, dass wir als Team unterwegs sind.“

Der Unterschied ist riesig.

4. Keine Rechtfertigungs- und Erklärungsschleifen

Rechtfertigungen wirken oft wie ein Schutzschild.

Der eine sagt, was ihn verletzt hat. Der andere erklärt sofort, warum es gar nicht so gemeint war.

Und schon ist niemand mehr wirklich im Gefühl.

Wenn dein Partner dir sagt, dass ihn etwas verletzt hat, musst du dich nicht sofort verteidigen. Du kannst erstmal ankommen lassen, was gesagt wurde.

Ein einfacher Satz kann viel verändern:

„Ich höre, dass dich das verletzt hat.“

Das bedeutet nicht, dass du an allem schuld bist. Es bedeutet, dass du den anderen ernst nimmst.

5. Keine Abwertung, keine Geringschätzung

Augenrollen, spitze Kommentare, abfällige Blicke, Sarkasmus oder ein überlegenes Grinsen sind Gift für die Liebe.

Auch dann, wenn sie unbewusst passieren.

Verachtung ist einer der schnellsten Wege in die emotionale Entfernung. Der andere fühlt sich nicht gesehen und klein gemacht.

Wenn du merkst, dass du innerlich abwertest, stoppe dich sofort.

Frag dich:

„Was passiert gerade wirklich in mir?“
„Bin ich verletzt?“
„Fühle ich mich machtlos?“
„Wovor will ich mich gerade schützen?“

Hinter Abwertung steckt oft Schmerz. Aber Schmerz wird nicht kleiner, wenn er als Angriff beim deinem Partner oder deiner Partnerin landet.

6. Kein Mauern, kein kalter Rückzug

Rückzug kann sinnvoll sein, wenn er zur Regulation dient.

Problematisch wird er, wenn er zur Strafe wird.

Schweigen, ignorieren, nicht mehr reagieren oder innerlich dichtmachen kann beim anderen Panik, Wut oder Verzweiflung auslösen. Dann rennt einer hinterher und der andere macht noch mehr zu.

Auch das ist eine Streit-Spirale.

Wenn du Abstand brauchst, sag es klar:

„Ich brauche eine Pause. Ich komme später wieder auf dich zu.“

Das ist etwas völlig anderes als innerlich die Tür zuzuknallen.

7. Hört auf zu vergleichen

Vergleiche machen unzufrieden.

Andere Paare wirken von außen oft leichter, liebevoller, erotischer, erfolgreicher oder entspannter. Doch niemand sieht, was hinter geschlossenen Türen wirklich passiert.

Wenn du deine Beziehung ständig mit anderen vergleichst, verlierst du den Blick für das, was zwischen euch möglich ist.

Die Frage lautet nicht:

„Warum sind wir nicht wie die anderen?“

Sondern:

„Was braucht unsere Beziehung jetzt, damit sie wieder schön wird?“

8. Hört auf, alles totzuanalysieren

Manche Paare analysieren ihre Beziehung so lange, bis nichts mehr lebendig ist.

Dann wird jedes Wort zerlegt, jeder Blick gedeutet, jede Stimmung bewertet.

Der Kopf sucht Sicherheit. Das eigene Gefühl rückt dabei immer weiter in den Hintergrund.

Natürlich braucht es Reflexion. Aber dauerndes Analysieren ersetzt keine Veränderung!

Du weißt innerlich oft längst, was stimmig ist, bevor dein Kopf es erklären kann.

Es geht nicht darum, noch eine Theorie zu finden. Es geht darum, der eigenen Intuition wieder zu vertrauen und den nächsten liebevollen Schritt zu gehen.

9. Hört auf zu jammern und alte Geschichten zu füttern

Jammern fühlt sich entlastend an. Langfristig hält es dich aber im gleichen Film gefangen.

Immer wieder dieselbe Geschichte zu erzählen, macht sie nicht leichter. Sie wird dadurch größer.

Natürlich darfst du traurig, wütend oder enttäuscht sein. Gefühle brauchen Raum.

Aber irgendwann kommt der Punkt, an dem du dich fragen darfst:

„Will ich diese Geschichte weiter füttern?“
„Oder möchte ich anfangen, es anders zu machen?“

Beziehung verändert sich nicht durch endloses Kreisen. Beziehung verändert sich durch neue Erfahrungen.

10. Leg eine Freude- und Genussliste an

Wenn eine Beziehung in der Krise ist, wird oft nur noch über Probleme gesprochen.

Das gemeinsame Beziehungskonto ist leer.

Fangt an, es wieder zu füllen.

Legt eine Liste mit Dingen an, die Freude machen.

Zum Beispiel:

Einen Kaffee in der Sonne.
Einen Spaziergang ohne Problemgespräch.
Zusammen kochen.
Ein Filmabend.
Eine Umarmung.
Musik anmachen und tanzen
Einen Ausflug unternehmen.
Ein liebevoller Blick.
Ein ehrliches Kompliment.
Etwas Albernes tun.

Eure Liebe braucht wieder schöne Momente, damit sie leicht werden kann.

11. Schreib dir eine Ressourcenliste

Du brauchst nicht nur Beziehungspflege. Du brauchst auch Selbstfürsorge.

Denn wenn du völlig erschöpft bist, reagierst du schneller gereizt, verletzt oder hart.

Schreib dir auf, was dich stabilisiert.

Was tut dir gut?
Was bringt dich zurück zu dir?
Was beruhigt dein Nervensystem?
Welche Menschen stärken dich?
Welche Orte nähren dich?
Welche kleinen Rituale helfen dir?

Diese Liste ist dein Notfallkoffer für schwierige Beziehungsmomente.

Je besser du für dich sorgst, desto weniger musst du deine innere Anspannung beim deinem Partner abladen.

12. Wasch belastende Situationen ab

Ein Streit hängt oft noch am Körper, obwohl er längst vorbei ist.

Dann kann dieser bewusster Moment helfen.

Stell dich unter die Dusche und stell dir vor, dass all die Anspannung, Worte, Blicke und die Schwere des Moments mit dem Wasser abfließen.

Es geht nicht darum zu verdrängen, sondern um deinem Körper zu zeigen, dass es vorbei ist. Du darfst wieder ganz bei dir sein und trägst die Situation nicht den ganzen Tag weiter.

13. Stoppe Selbstabwertung sofort

Nach Streit denken viele Menschen schlecht über sich selbst.

„Ich bin zu viel.“
„Ich bin falsch.“
„Mit mir kann man keine Beziehung führen.“
„Ich mache alles kaputt.“

Solche Gedanken helfen nicht. Sie ziehen dich tiefer in Scham, Rückzug oder Angriff.

Wenn du merkst, dass du dich selbst abwertest, unterbrich diesen inneren Film.

Sage zu  dir:

„Stopp“

Du kannst Verantwortung übernehmen, ohne dich fertigzumachen.

Das ist ein riesiger Unterschied.

14. Macht schöne Dinge, bevor alles geklärt ist

Viele Paare glauben, sie dürften erst wieder schöne Dinge machen, wenn alle Probleme gelöst sind.

Das ist ein Irrtum.

Schöne Momente sind kein Bonus nach der Lösung. Sie sind oft der Weg dorthin.

Wenn ihr nur noch über Probleme sprecht, fühlt sich die Beziehung irgendwann selbst wie ein Problem an.

Also macht wieder Dinge, die gut tun. Auch dann, wenn noch nicht alles geklärt ist.

Geht spazieren. Esst ein Eis. Fasst euch an den Händen. Lacht gemeinsam, kocht zusammen, fahrt irgendwo hin und seid wieder zwei Menschen, die sich lieben.

Die Lösung entsteht oft leichter, wenn es zwischen euch wieder leichter geworden ist.

Juwel-Tipp: Wenn ihr eure Beziehung retten möchtet, hört auf, im schlechtesten Zustand über die wichtigsten Themen zu sprechen.

Reguliert euch zuerst. Stoppt Kritik, Rechtfertigung, Abwertung und Rückzug. Sorgt wieder für schöne Momente und füllt euer Beziehungskonto auf.

Liebe braucht keine perfekten Menschen.

Sie braucht zwei Menschen, die bereit sind, aus dem Kampf auszusteigen und wieder aufeinander zuzugehen.

Wenn ihr merkt, dass ihr allein immer wieder in derselben Schleife landet, holt euch Unterstützung. Ich bin für euch da!

7. In der Krise nach Vertrauensmissbrauch: Beziehung retten ja oder nein? 

In meiner Paartherapeutischen Praxis höre ich am Telefon oft den Satz: „Ich bin fremdgegangen, kann ich meine Beziehung noch retten?“ 

Ein starker Vertrauensbruch, wie eine Affäre, Fremdgehen oder ein Seitensprung hat nicht selten eine Trennung zur Folge.

Doch muss das sein?

Schauen wir uns das Tabuthema Affäre genauer an!

7.1. Ihr möchtet eure Beziehung retten: 7 Regeln nach Seitensprung 

Egal ob fremdgegangen oder belogen: Das muss nicht das Ende der Beziehung sein! 

Diese 7 Regeln helfen nach einem Seitensprung! 

Holt euch Unterstützung von einem Beziehungsprofi!

7.2. Fremdgegangen: Wieder eine glückliche Beziehung führen

Vertrauen ist ein tragender Pfeiler in einer Beziehung. Wird Vertrauen verletzt oder missbraucht kann ein tiefer Riss in der Beziehung entstehen. 

Ein Vertrauensbruch entstehet nicht nur dadurch, dass ein Partner den anderen hintergeht, lügt oder betrügt – auch Enttäuschungen oder nicht eingehaltene Versprechen können zu Vertrauensverlust und tiefer Verletzung führen.

Bei der hintergangenen Person zeigen sich häufig starke Emotionen von Wut, Enttäuschung und Trauer. Die Frustration kann dazu führen, dass auch der Betrüger auf Abstand geht. Die Distanz wird größer. 

Beide entfernen sich immer mehr voneinander!

Die Bewegung ist also eine „Wegbewegung“. Betrachtet man die Paardynamik rückblickend, lässt sich oft erkennen, dass die Bewegungen der Liebe schon vor der Krise immer öfter voneinander weg gingen als aufeinander zu.

Ein offengelegter Seitensprung oder eine Affäre bringt den Vulkan in der Partnerschaft dann zum Ausbruch und kann zur Zerreißprobe werden.

Wünsche und Träume werden scheinbar ausgelöscht. Emotionen fühlen sich vernichtend an.

Freunde oder Familienmitglieder stehen häufig mit erhobenem Zeigefinger moralisierend neben der betrogenen Person oder dem Betrüger und verkünden was zu tun ist. Schnell wird darüber geurteilt, WAS richtig oder falsch ist.

Die Dramabühne ist eröffnet!

Auf dieser Bühne tanzen folgende 4 Mitspieler beider Partner:

 Was wäre, wenn es nicht um das WAS ginge – sondern um das WIE?

Betrachtet man das Beziehungsdrama, also das WAS genauer, so spielt es eine große Rolle, WIE es dazu kam, dass ein Partner fremdgegangen ist oder den anderen belogen und hintergangen hat. Wie sind beide vor der Krise miteinander umgegangen? Wie wurden Konflikte gelöst, Gespräche geführt oder Sexualität gelebt? 

In meinen Therapien schaue ich mit meinen Paaren auf die Beziehungsdynamik und entschlüssle mit jeder Person die individuellen Beziehungsmuster.

Der Aha-Effekt der sich bei Frauen als auch Männern einstellt ist oft verblüffend.

Mit der Empfehlung sich zu trennen, ist vielen Menschen nicht geholfen, denn oft steckt etwas anderes dahinter als das, WAS man offensichtlich sieht.

Durch eine Trennung wird das Thema nicht gelöst, sondern lediglich nicht mehr befeuert.

In meinen Paartherapien und Beziehungscoachings rate ich Paaren nicht sich zu trennen oder zusammenzubleiben. Stattdessen schaue ich mit jeder Person direkt auf die Bühne ihres individuellen Dramas, um herauszufinden, wie sie das verlassen kann.

Ich biete den Raum und die Werkzeuge, dass jeder Mensch selbst herausfinden kann, wie es zu dieser Situation kam und was es braucht, um die Beziehung auf neue Beine zu stellen und sich die Beziehungskrise in Beziehungsglück wandeln kann.

Kann man also seine Beziehung nach einer Affäre oder einem Vertrauensmissbrauch retten?

Meine Antwort als Paartherapeutin lautet: JA

Vorausgesetzt es besteht ein Interesse hinter die Kulissen der Dramabühne zu blicken.

Juwel-Tipp: In meiner Paartherapie geht es nicht darum, JEDE Beziehung auf Teufel komm raus zu retten. Ich arbeite ergebnisoffen.

Ca. 80 % meiner Paare bleiben nach einer Affäre zusammen und verarbeiten sie gemeinsam. Viele Beziehungen sind nach der Krise sogar glücklicher als davor.

Wenn auch du deinen Scherbenhaufen zusammenkehren und ein Mosaik daraus gestalten möchtest, melde dich bei mir. Ich helfe dir!

8. Beziehung retten wegen Kind - oder eigene Partnerschaft priorisieren?

Sollte man eine Beziehung den Kindern zuliebe erhalten?

Prinzipiell ein feiner Gedanke. Kinder gedeihen in der Regel am besten in einem stabilen und liebevollen Zuhause mit beiden Elternteilen. Doch es ist wichtig, ehrlich zu sich selbst zu sein und die Situation realistisch einzuschätzen. 

In der Praxis gibt es daher einige relevante Fragestellungen, die unbedingt zu beachten sind:

Bleiben Eltern der Kinder wegen zusammen, streiten aber die ganze Zeit, schreien sich an oder gehen negativ miteinander um, so hat das Kind dadurch nichts gewonnen.

Im Gegenteil – solch eine Stimmung ist für Kinder schädlich und sie leiden darunter.

Finden Eltern für ihre Probleme überhaupt keine Lösungen, so kann eine Trennung für Kinder tatsächlich besser sein als tagein tagaus in einem destruktiven Umfeld aufwachsen zu müssen.

Prinzipiell leiden Kinder nicht unter einer Trennung per se, sondern darunter WIE die Trennung vollzogen wird.

Bilden Eltern zwei Fronten in dem sie beispielsweise einen Rosenkrieg führen, Uneinigkeiten, über das Kind ausfechten oder indem sie schlecht über den  andern Elternteil sprechen, ist das für ein Kind belastend. 

Kinder leiden ebenfalls darunter, wenn ein Elternteil nach der Trennung nicht mehr verfügbar ist. Das kann dadurch geschehen, dass einer wegzieht oder der Kontakt nicht aufrechterhalten wird.

Manchmal sind Eltern nach einer Trennung auch so mit sich selbst beschäftigt, dass sie für das Kind keine Aufmerksamkeit mehr haben.

Faustregel im Falle einer Trennung:

Wichtig ist, dass die Eltern zusammenarbeiten und für das Kind handeln! Emotionale Verfügbarkeit ist für Kinder genauso wichtig wie der Kontakt zu beiden Elternteilen. Das Kind sollte sich sowohl Mama als auch Papa weiterhin zuwenden können und sich bei beiden sicher und geliebt fühlen. 

Juwel-Tipp: Wollen Eltern Ihre Beziehung nicht wegen des Kindes, sondern in erster Linie für sich retten, so ist es ratsam sich dabei von einem Beziehungsprofi unterstützen zu lassen.

Ihr möchtet herausfinden, ob ihr als Eltern eine zweite Chance habt?

In meiner Praxis begleite ich Eltern entweder dabei, sich wieder anzunähern oder sich würdevoll zu trennen und dabei für ihre Kinder emotional verfügbar zu bleiben.

8.1. Nach Geburt wieder funktionierende Beziehung führen: Als Eltern schöne Momente schaffen

Die Geburt eines Kindes ist ein Geschenk und stellt eine große Herausforderung für die Paarbeziehung dar.

Die Partnerschaft wird auf die Probe gestellt, denn mit dem Baby verändert sich der Alltag, die Rollenverteilung, die Prioritäten, die Sexualität – einfach alles.

Viele Paare erleben nach der Geburt eine Krise, die sich in etwas so zeigen kann:

Wie krass es ist, Eltern zu werden und wie die Partnerschaft darunter leiden kann, hat euch vorher niemand gesagt oder ihr konntet es euch nicht vorstellen.

Eltern werden – Liebespaar bleiben

Wenn ein Paar zu einer Familie wächst, braucht es eine neue Ordnung. Eine Mama und ein Papa werden erst durch das Kind geboren. Liebespaar waren sie vorher und sie sollten daher unbedingt darauf achten, weiterhin einen eigenen Liebes-Raum zu pflegen.

Juwel-Tipp: Es ist noch immer ein Tabuthema, dass Eltern ein Liebespaar bleiben „sollten“, wenn sie langfristig glücklich bleiben wollen. 

In meinem Programm Liebespaar bleiben, begleite ich Eltern zurück in`s Liebesglück.

Neben den genannten Gründen, können auch folgende Themen bei einem oder beiden Partnern eine Rolle spielen:

Nur knapp die Hälfte aller Frauen machen die Geburtserfahrung, die sie sich wünschen.

1/3 der Geburten verlaufen traumatisch

Wenn eine Frau ein Geburtstrauma erlitten hat, kann das emotionale Reaktionen wie Schuldgefühle, Trauer oder Überforderung nach sich ziehen. Häufig leidet auch die Nähe zum Partner und die Sexualität darunter.

Was kaum einer weiß: Auch viele Männer sind nach einer Geburt traumatisiert!

Was Müttern – und auch Vätern – nicht hilft sind Sätze wie: „Hauptsache das Baby ist gesund und ihr habt alles gut überstanden.“

Eine traumatische Geburt kann häufig der Einstieg in eine depressive Episode sein. Eigene Kindheitsverletzungen können dadurch hochgespült werden. Schlafmangel und Streit in der Partnerschaft können das Nervensystem zusätzlich belasten.

Elternfrust entsteht

Es ist in Ordnung frustriert zu sein, denn die Gefühle von Enttäuschung sind wichtig und richtig. Sie bringen dich auf den Weg!

Juwel-Tipp: Ein schwieriger Start muss kein Dauerzustand bleiben! Ein Neuanfang mit dir, deinem Partner – und deinem Kind ist zu jedem Zeitpunkt möglich.

Egal, ob du alleine oder mit Partner kommst: Ich helfe dir dabei, die Schwere hinter dir zu lassen und sowohl als Mama als auch Partnerin anzukommen. 

8.2. Kind um Beziehung zu retten: Gespräch hilft

Ein weiteres Szenario: Die Beziehung kriselt und dann kommt die Idee auf: „Ein Kind verbindet uns bestimmt wieder.“

Keine gute Idee! Kinder retten keine Beziehung!

Ein Kind hilft nicht gegen Beziehungsstress. Ein Kind sollte aus Liebe und dem Wunsch nach einem gemeinsamen Familienleben entstehen, nicht aus dem Versuch, eine brüchige Beziehung zu kitten.

Du solltest damit rechnen, dass die Beziehungsschwierigkeiten mit einem Kind größer werden anstatt geringer.

Woran es liegt, dass die Herausforderungen mit Kind zunehmen:

 

Alles in allem, gibt es genug Gründe, die dagegensprechen, mit einem Kind, die Beziehung zu retten.

Juwel-Tipp: In meinen Beziehungscoachings stelle ich immer wieder fest, dass der Weg andersherum geht: Glückliche und stabile Eltern haben glückliche Kinder.

Ein Kind kann und sollte niemals für das Glück der Eltern herhalten müssen! Es ist also wichtig, dass die potenziellen Eltern erst für sich sorgen und ihre Beziehungsthemen klären bevor sie ein Kind bekommen.

 

Wenn ihr eure Beziehungsthemen angehen wollt, meldet euch gerne bei mir!

9. Beziehung gescheitert? Ein paar Tipps, wenn nichts mehr hilft

Sollten beide Partner zu dem Schluss kommen, dass eine Trennung der beste Weg ist, bedeutet das nicht, dass alles verloren ist. Es gibt einen großen Unterschied zwischen einem friedlichen Ende und einem Rosenkrieg. Indem ihr euch bewusst für eine Trennung auf Augenhöhe entscheidet, könnt ihr das, was ihr in der Vergangenheit aufgebaut habt, wertschätzen und in Frieden auseinandergehen.

9.1. Wie offene Kommunikation dafür sorgt, dass beide Partner sich gesehen fühlen

Die Art und Weise, wie ihr miteinander kommuniziert, ist entscheidend, um die Beziehung würdevoll zu beenden. Es geht nicht darum, Recht zu haben, sondern darum, gehört zu werden. Eine offene und ehrliche Kommunikation sorgt dafür, dass sich beide Partner gesehen fühlen und die Trennung nicht als persönlichen Angriff erleben. Wenn ihr als Eltern gemeinsame Wege finden müsst oder eine Basis für Freundschaft bewahren wollt, ist dies der Schlüssel. Ich habe 20 Empfehlungen für einen friedlichen Umgang miteinander ausgearbeitet: Mit diesen Tipps gelingt es euch leichter, eine Trennung auf Augenhöhe zu meistern.

9.2. Beziehung retten nach Trennung: Kann eine räumliche Trennung hilfreich sein?

Manchmal ist der Schmerz so groß, dass die einzige Lösung eine Trennung zu sein scheint. Doch paradoxerweise kann die räumliche Trennung und sogar ein Trennungsgespräch der erste Schritt sein, um die Beziehung retten zu können. Eine konsequente Funkstille schafft den notwendigen Abstand, um Gefühle zu klären und zu reflektieren, was wirklich schiefgelaufen ist. Oftmals ist es genau dieser Schockmoment, der beide dazu bringt, ihre eigenen Anteile zu erkennen und die Situation aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten.

9.3. Beendete Beziehung retten: Neuanfang der Beziehung sogar besser als zuvor 

Ob du es glaubst oder nicht: Eine beendete Beziehung retten ist oft möglich. Die räumliche Trennung kann ein Segen sein, weil sie euch die Chance gibt, über eure Beziehungsmuster nachzudenken und zu heilen. Viele Paare kommen nach einer solchen Zeit mit dem Wunsch zurück, ihre Beziehung besser als zuvor zu gestalten. Mit der richtigen Begleitung könnt ihr die Verletzungen der Vergangenheit verarbeiten und eine neue, stärkere Verbindung aufbauen.

10. Toxische Beziehung: Warum du die Suche nach dem Narzissten beenden solltest

In meiner Praxis werde ich oft mit der Frage konfrontiert: „Ist mein Partner ein toxischer Mensch?“ Viele suchen nach einer Checkliste, um zu entscheiden, ob man eine kaputte Beziehung retten kann oder ob sie sich trennen müssen. Doch die Frage nach dem „WAS“ der andere ist Schuld, lenkt es vom einzig relevanten Punkt ab: Weshalb erlaubst du, so behandelt zu werden? Der Schlüssel liegt nicht darin, einen Narzisst zu identifizieren, sondern deine eigenen Anteile zu erkennen und zu heilen. Es ist Zeit, dich in tiefgehender Selbstreflexion deinen eigenen Mustern zu stellen, deine Ängste zu lösen und deinen Selbstwert freizulegen und so weit aufzubauen, dass dich niemand mehr so behandeln kann.

10.1. Der Umgang mit einem Narzissten beginnt bei dir

Ob du es siehst oder nicht: Du bist die Hauptfigur in deinem eigenen Leben. Eine Frau, mit der ich gearbeitet habe, war genau auf dieser Reise. Ihr Hauptziel war es, ihre Beziehung zu retten, denn sie war mit einem Narzissten zusammen, aber sie war in der Beziehung unsichtbar. Sie dachte, ihr Leben würde von ihrem toxischen Partner bestimmt. Doch indem sie sich auf ihren eigenen Wert konzentrierte, fand sie zu sich selbst und wurde unglaublich stabil. Heute ist es ihr schlichtweg egal, ob ihr Ex-Partner toxisch war. Sie steht auf ihrem eigenen Platz und gibt den Ton an.

10.2. Narzissmus und ungesehene Wunden

Ein anderes, ebenso häufiges Phänomen ist, dass wir unsere eigenen Wunden in die nächste Beziehung tragen. Eine Klientin hatte einen Partner mit starkem Narzissmus und hat nach der Trennung nie ihre eigenen Verletzungen geheilt. Wie ich bereits am Anfang dieses Artikels beschrieben habe: Wenn die eigenen Beziehungsmuster nicht geknackt und nicht geheilt werden, nehmen wir sie mit. Die Frau fand einen neuen Partner, der alles war, was sie sich immer gewünscht hatte: aufgeschlossen, wertschätzend und liebevoll auf Augenhöhe. Doch sie konnte ihn so nicht sehen. Sie war blind von ihren eigenen Verletzungen und projizierte ihre alten Ängste auf ihn, weil sie noch vorhanden sind und sie ihre alten Wunden auf den neuen Partner projizierte. Sie warf ihm vor, emotional nicht zugänglich zu sein.

10.3. So erkennst du deinen Wert und schaffst dein "krasses Ende"

Wenn du deinen Wert als Frau oder Mann erkennst, musst du keine Angst mehr vor toxischen Beziehungen haben. Der Weg dorthin mag unbequem sein, aber er ist der einzige, der wirklich in die Freiheit führt.

Finde deine eigenen Muster: Welche Rolle hast du in den Konflikten gespielt?

Setze klare Grenzen: Lerne, „Nein“ zu sagen und schütze deine Energie.

Baue deinen Selbstwert auf: Nimm dir die Zeit, dich selbst kennenzulernen, deine Stärken zu sehen und deine Ängste zu heilen.

Wenn du das tust, wird es dir egal sein, ob du einen toxischen Partner hast oder hattest. Denn du bist diejenige, die den Ton angibt. Du bist das Fundament, auf dem deine Liebe und dein Leben aufgebaut sind.

11. Stelle die Beziehung immer an die erste Stelle

Eine glückliche Beziehung ist kein fester Zustand, den du einmal erreichst. Beziehung immer wieder neu zu gestalten, ist der Schlüssel zu ihrem langfristigen Glück. Eine erfüllende Beziehung ist wie ein Garten: Sie braucht ständige Pflege, Aufmerksamkeit und die Bereitschaft, sie immer wieder neu zu gestalten, damit sie blüht. Es geht darum, gemeinsam zu wachsen und sich an die sich verändernden Lebensphasen anzupassen. Die Beziehung kommt dabei immer zuerst, wenn du sie aktiv pflegst.

11.1. Immer wieder neu gestalten: Kleine Veränderungen, große Wirkung

Der Alltag schleicht sich oft unbemerkt ein und erstickt die Magie der Beziehung. Um das zu verhindern, braucht es keine revolutionären Schritte, sondern bewusste, kleine Veränderungen, die das Gefühl der Verbundenheit aufrechterhalten.

11.2. Weitere Tipps für eine lebendige Beziehung 

Auch wenn der Alltag mit Job, Kindern und Verpflichtungen gefüllt ist, ist es entscheidend, die Basis eurer Beziehung zu pflegen: die gemeinsamen Abenteuer. Vergesst nicht, dass ihr nicht nur Eltern oder Kollegen, sondern auch Liebende seid, die Spaß zusammen haben.

  • Date-Nights planen: Plant feste Abende nur für euch, ohne Ablenkungen. Das muss nicht teuer sein; ein Filmabend auf der Couch oder ein Picknick im Wohnzimmer können genauso wertvoll sein wie ein Restaurantbesuch.
  • Gemeinsam Neues lernen: Nehmt einen Kochkurs teil, lernt eine neue Sportart oder reist an einen Ort, den ihr beide noch nie gesehen habt. Das schafft neue, gemeinsame Erinnerungen und stärkt eure Teamarbeit.
  • Spontanität zulassen: Brecht bewusst aus der Routine aus. Fahrt am Wochenende einfach in eine neue Stadt oder lasst die Kinder für eine Nacht bei den Großeltern, um einfach nur zu zweit zu sein.

Eine glückliche Beziehung ist kein Ziel, sondern eine Reise. Indem ihr euch immer wieder die Zeit nehmt, eure Beziehung neu zu gestalten, sorgt ihr dafür, dass die Liebe nicht nur überlebt, sondern in jeder Phase eures Lebens wächst und sich erneuert.

Vertrauen ist ein tragender Pfeiler in einer Beziehung. Wird Vertrauen verletzt oder missbraucht kann ein tiefer Riss in der Beziehung entstehen. 

Ein Vertrauensbruch entstehet nicht nur dadurch, dass ein Partner den anderen hintergeht, lügt oder betrügt – auch Enttäuschungen oder nicht eingehaltene Versprechen können zu Vertrauensverlust und tiefer Verletzung führen.

Bei der hintergangenen Person zeigen sich häufig starke Emotionen von Wut, Enttäuschung und Trauer. Die Frustration kann dazu führen, dass auch der Betrüger auf Abstand geht. Die Distanz wird größer. 

Beide entfernen sich immer mehr voneinander!

Die Bewegung ist also eine „Wegbewegung“. Betrachtet man die Paardynamik rückblickend, lässt sich oft erkennen, dass die Bewegungen der Liebe schon vor der Krise immer öfter voneinander weg gingen als aufeinander zu.

Ein offengelegter Seitensprung oder eine Affäre bringt den Vulkan in der Partnerschaft dann zum Ausbruch und kann zur Zerreißprobe werden.

Wünsche und Träume werden scheinbar ausgelöscht. Emotionen fühlen sich vernichtend an.

Freunde oder Familienmitglieder stehen häufig mit erhobenem Zeigefinger moralisierend neben der betrogenen Person oder dem Betrüger und verkünden was zu tun ist. Schnell wird darüber geurteilt, WAS richtig oder falsch ist.

Die Dramabühne ist eröffnet!

Auf dieser Bühne tanzen folgende 4 Mitspieler beider Partner:

  • Die Bewertungen darüber was richtig oder falsch ist: Moralvorstellungen, Urteile, Glaubensmuster, Wertvorstellungen, Schwüre oder gesellschaftliche Normen
  • Die Anpassungsmechanismen von beiden Betroffenen: Wie beide versuchen vor, während und/oder nach einem aufgeflogenen Vertrauensmissbrauch umzugehen
  • Die starken Emotionen: Dazu zählen Trauer, Angst vor Verlassenwerden, Wut, Ärger, Schuldgefühle, Scham, dass einem das passiert ist oder man sowas mit sich machen lässt, Verachtung für den Übeltäter, Verachtung sich selbst gegenüber usw.
  • Die unkontrollierbaren Reaktionen: Wie beispielsweise starkes Weinen, Schreien, Streiten, Endlosdiskussionen, Heimlichtuerei, Lügen, Vertuschen, Zusammenbrüche, Rückzug, Distanz usw.

 

Was wäre, wenn es nicht um das WAS ginge – sondern um das WIE?

Betrachtet man das Beziehungsdrama, also das WAS genauer, so spielt es eine große Rolle, WIE es dazu kam, dass ein Partner fremdgegangen ist oder den anderen belogen und hintergangen hat. Wie sind beide vor der Krise miteinander umgegangen? Wie wurden Konflikte gelöst, Gespräche geführt oder Sexualität gelebt? 

In meinen Therapien schaue ich mit meinen Paaren auf die Beziehungsdynamik und entschlüssle mit jeder Person die individuellen Beziehungsmuster.

Der Aha-Effekt der sich bei Frauen als auch Männern einstellt ist oft verblüffend.

Mit der Empfehlung sich zu trennen, ist vielen Menschen nicht geholfen, denn oft steckt etwas anders dahinter als das, WAS man offensichtlich sieht.

Durch eine Trennung wird das Thema nicht gelöst, sondern lediglich nicht mehr befeuert.

In meinen Paartherapien und Beziehungscoachings rate ich Paaren nicht sich zu trennen oder zusammenzubleiben. Stattdessen schaue ich mit jeder Person direkt auf die Bühne ihres individuellen Dramas, um herauszufinden, wie sie das verlassen kann.

Ich biete den Raum und die Werkzeuge, dass jeder Mensch selbst herausfinden kann, wie es zu dieser Situation kam und was es braucht, um die Beziehung auf neue Beine zu stellen und sich die Beziehungskrise in Beziehungsglück wandeln kann.

Kann man also seine Beziehung nach einer Affäre oder einem Vertrauensmissbrauch retten?

Meine Antwort als Paartherapeutin lautet: JA

Vorausgesetzt es besteht ein Interesse hinter die Kulissen der Dramabühne zu blicken.

Auch wenn der Alltag mit Job, Kindern und Verpflichtungen gefüllt ist, ist es entscheidend, die Basis eurer Beziehung zu pflegen: die gemeinsamen Abenteuer. Vergesst nicht, dass ihr nicht nur Eltern oder Kollegen, sondern auch Liebende seid, die Spaß zusammen haben.

  • Date-Nights planen: Plant feste Abende nur für euch, ohne Ablenkungen. Das muss nicht teuer sein; ein Filmabend auf der Couch oder ein Picknick im Wohnzimmer können genauso wertvoll sein wie ein Restaurantbesuch.
  • Gemeinsam Neues lernen: Nehmt einen Kochkurs teil, lernt eine neue Sportart oder reist an einen Ort, den ihr beide noch nie gesehen habt. Das schafft neue, gemeinsame Erinnerungen und stärkt eure Teamarbeit.
  • Spontanität zulassen: Brecht bewusst aus der Routine aus. Fahrt am Wochenende einfach in eine neue Stadt oder lasst die Kinder für eine Nacht bei den Großeltern, um einfach nur zu zweit zu sein.

Eine glückliche Beziehung ist kein Ziel, sondern eine Reise. Indem ihr euch immer wieder die Zeit nehmt, eure Beziehung neu zu gestalten, sorgt ihr dafür, dass die Liebe nicht nur überlebt, sondern in jeder Phase eures Lebens wächst und sich erneuert.

Vertrauen ist ein tragender Pfeiler in einer Beziehung. Wird Vertrauen verletzt oder missbraucht kann ein tiefer Riss in der Beziehung entstehen. 

Ein Vertrauensbruch entstehet nicht nur dadurch, dass ein Partner den anderen hintergeht, lügt oder betrügt – auch Enttäuschungen oder nicht eingehaltene Versprechen können zu Vertrauensverlust und tiefer Verletzung führen.

Bei der hintergangenen Person zeigen sich häufig starke Emotionen von Wut, Enttäuschung und Trauer. Die Frustration kann dazu führen, dass auch der Betrüger auf Abstand geht. Die Distanz wird größer. 

Beide entfernen sich immer mehr voneinander!

Die Bewegung ist also eine „Wegbewegung“. Betrachtet man die Paardynamik rückblickend, lässt sich oft erkennen, dass die Bewegungen der Liebe schon vor der Krise immer öfter voneinander weg gingen als aufeinander zu.

Ein offengelegter Seitensprung oder eine Affäre bringt den Vulkan in der Partnerschaft dann zum Ausbruch und kann zur Zerreißprobe werden.

Wünsche und Träume werden scheinbar ausgelöscht. Emotionen fühlen sich vernichtend an.

Freunde oder Familienmitglieder stehen häufig mit erhobenem Zeigefinger moralisierend neben der betrogenen Person oder dem Betrüger und verkünden was zu tun ist. Schnell wird darüber geurteilt, WAS richtig oder falsch ist.

Die Dramabühne ist eröffnet!

Auf dieser Bühne tanzen folgende 4 Mitspieler beider Partner:

  • Die Bewertungen darüber was richtig oder falsch ist: Moralvorstellungen, Urteile, Glaubensmuster, Wertvorstellungen, Schwüre oder gesellschaftliche Normen
  • Die Anpassungsmechanismen von beiden Betroffenen: Wie beide versuchen vor, während und/oder nach einem aufgeflogenen Vertrauensmissbrauch umzugehen
  • Die starken Emotionen: Dazu zählen Trauer, Angst vor Verlassenwerden, Wut, Ärger, Schuldgefühle, Scham, dass einem das passiert ist oder man sowas mit sich machen lässt, Verachtung für den Übeltäter, Verachtung sich selbst gegenüber usw.
  • Die unkontrollierbaren Reaktionen: Wie beispielsweise starkes Weinen, Schreien, Streiten, Endlosdiskussionen, Heimlichtuerei, Lügen, Vertuschen, Zusammenbrüche, Rückzug, Distanz usw.

 

Was wäre, wenn es nicht um das WAS ginge – sondern um das WIE?

Betrachtet man das Beziehungsdrama, also das WAS genauer, so spielt es eine große Rolle, WIE es dazu kam, dass ein Partner fremdgegangen ist oder den anderen belogen und hintergangen hat. Wie sind beide vor der Krise miteinander umgegangen? Wie wurden Konflikte gelöst, Gespräche geführt oder Sexualität gelebt? 

In meinen Therapien schaue ich mit meinen Paaren auf die Beziehungsdynamik und entschlüssle mit jeder Person die individuellen Beziehungsmuster.

Der Aha-Effekt der sich bei Frauen als auch Männern einstellt ist oft verblüffend.

Mit der Empfehlung sich zu trennen, ist vielen Menschen nicht geholfen, denn oft steckt etwas anders dahinter als das, WAS man offensichtlich sieht.

Durch eine Trennung wird das Thema nicht gelöst, sondern lediglich nicht mehr befeuert.

In meinen Paartherapien und Beziehungscoachings rate ich Paaren nicht sich zu trennen oder zusammenzubleiben. Stattdessen schaue ich mit jeder Person direkt auf die Bühne ihres individuellen Dramas, um herauszufinden, wie sie das verlassen kann.

Ich biete den Raum und die Werkzeuge, dass jeder Mensch selbst herausfinden kann, wie es zu dieser Situation kam und was es braucht, um die Beziehung auf neue Beine zu stellen und sich die Beziehungskrise in Beziehungsglück wandeln kann.

Kann man also seine Beziehung nach einer Affäre oder einem Vertrauensmissbrauch retten?

Meine Antwort als Paartherapeutin lautet: JA

Vorausgesetzt es besteht ein Interesse hinter die Kulissen der Dramabühne zu blicken.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert